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Vom Pflichtschulabschluss in die Lehre

Cedric (17) aus Bings hat eine schwierige Zeit hinter sich. Mit der Hilfe verschiedener Einrichtungen wie INTEGRA fand er wieder zurück auf Schiene. 

Cedric, du hast gerade den INTEGRA Pflichtschulabschluss (PSA) absolviert. Wie bist du dazu gekommen? 

Also, zur PSA bin ich durch meinen Therapeuten gekommen. Ich hatte in der Vergangenheit ein Erlebnis, das mich psychisch sehr belastet und aus der Bahn geworfen hat. Dadurch habe ich Depressionen bekommen und konnte die Mittelschule nicht abschließen. Ich habe sie in der zweiten Klasse abgebrochen und war dann ungefähr ein Jahr zuhause.

Bevor ich zur INTEGRA gekommen bin, war ich noch in der Jugendwerkstatt Ju-On-Job bei pro mente. Da habe ich Freunde gefunden, es hat Spaß gemacht und ich konnte sogar noch ein wenig Geld verdienen. Ich glaube, das hat mir geholfen, wieder einen Kontakt zu anderen Menschen aufzubauen, vor allem zu gleichaltrigen. 

Weil ich zweimal wiederholt habe, war ich vorher nämlich immer mit Jüngeren in der Klasse. Darum waren die Gespräche in der Mittelschule meist nichts für mich, weil sie andere Interessen und Themen hatten - mit ihnen habe ich mich darum nicht so gut verstanden.

Aber bei INTEGRA und bei Ju-On-Job haben alle ihren eigenen Grund, warum sie da sind. Da muss man nicht darüber reden. Ich glaube, das hat mir sehr geholfen. Sie haben mich verstanden und ich habe jetzt noch Freunde aus dieser Zeit.  Ich denke, das sind super Programme.

Wie ist es dir mit den Depressionen gegangen? 

Diese Zeit war ziemlich heftig. Meine Schwester hatte leider auch Depressionen, darum hatte ich jemanden zum Reden, was mir gutgetan hat.

Ein Rat von ihr hat mir damals besonders geholfen: Sie hat gemeint, egal, wie schlimm es dir gerade geht, ziehe es einfach durch. Irgendwann gewöhnst du dich zum Teil daran, und es wird mit der Zeit besser. Heute bin ich ohne Medikamente unterwegs und es geht mir gut.

Zurück zum PSA – den hast du in Feldkirch gemacht, richtig? 

Ja. Mein erstes Fach war Englisch/Geografie - das war geteilt. Die Prüfung musste ich bestehen, damit ich im PSA bleiben konnte. In Englisch war ich schon immer sehr gut und Geografie war für mich ziemlich einfach. Dadurch ist es mir leichtgefallen, wieder ins Lernen zurückzufinden. Ich habe aber auch ein bisschen Glück mit der Lehrerin gehabt. Elke war nämlich lange in Amerika und sie hat alles sehr gut erklärt.

Mein zweites Fach war Mathe. Das ist mir ein bisschen schwerer gefallen. Als ich das aber wieder kapiert habe, ist es einfach gewesen. Am Ende wurde mein Fleiß belohnt: Ich habe mit einem Einser-Durchschnitt abgeschlossen!

Gratuliere, großartig gemacht! Und wie ist dein weiterer Plan? 

Ich fange im September eine Lehre als Schlosser bei Manahl in Bings an. Da war mein Bruder auch. Er hat dort gute Arbeit geleistet, vielleicht hatte ich dadurch auch Vorteile. Ich muss mich natürlich noch selber beweisen, aber ich glaube, ein kleiner Vertrauensvorschuss ist immer gut. Wir haben uns jedenfalls gleich vom Schnuppertag an gut verstanden.

Der Arbeitsort ist immer auf ein halbes Jahr aufgeteilt: ein halbes Jahr in der Werkstatt, ein halbes Jahr auf der Baustelle. Da lerne ich auch, wie alles installiert wird und wie die Arbeit dort abläuft. 

Mein Arbeitgeber ist nur zwei Busstationen von mir zuhause entfernt. Ich habe also keinen Stress auf meinem Weg zur Arbeit. Nachdem ich aber sowieso jeden Tag um sechs Uhr aufstehe, ist das alles kein Problem für mich. 

Das klingt doch fantastisch, Cedric. Noch einmal herzliche Gratulation zu deiner tollen Leistung und alles Gute für deinen weiteren Weg.